Ticket-Schwarzmarkt (2) | WM 2006 | Ermittlungen bei CTS Eventim und DFB

Gestern bereits von einem aufmerksamen Tixxradar-Leser vorweggenommen: nicht nur, dass im Zuge der WM 2006 haufenweise Ticketdaten auf dem Schwarzmarktmarkt angeboten wurden in der Hoffnung, dass Ticket-Schwarzhändler diese 2010 nutzen könnten – nun wird die WM 2006 in Deutschland entgültig von ihrer eigenen Vergangenheit eingeholt:

So sind die Geschäftsräume der CTS Eventim AG, selbst marktführendes Ticketingunternehmen und Partner des Deutschen Fußball-Bunds (DFB) und des DFB selbst durchsucht worden. Hintergrund der Ermittlungen, die explizit nicht gegen den DFB laufen und in deren Zuge sich die CTS Eventim AG als Opfer sieht, sind unrechtmäßige Kontingentverkäufe an Dritte vor der WM 2006. Im Fokus stehen dabei jeweils ein Mitarbeiter des DFB und der CTS Eventim AG, die nach Angaben der Süddeutschen Zeitung unter Verdacht stehen, etwa 70.000 Tickets “verschoben” zu haben.

Der Unternehmenssprecher der CTS Eventim AG geht hierbei von einer schnellen Klärung aus. Die

CTS Eventim AG richtete für die WM 2006 das FIFA World Cup Ticketing Center (FWCTC) in Frankfurt am Main ein, welches für die gesamten Ticketingprozesse der Weltmeisterschaft und des Confederations Cup 2005 verantwortlich war.

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2 Kommentare zu „Ticket-Schwarzmarkt (2) | WM 2006 | Ermittlungen bei CTS Eventim und DFB“

  • Garbe:

    CTS Eventim als Opfer?

    Nach offizieller Lesart sehen sich DFB und CTS als Opfer und tun so, als hätte ein kleiner Mitarbeiter mal eben 2,3 Tickets weiterverkauft und niemand hat etwas gemerkt.

    Die Staatsanwaltschaft ermittelt jedoch wg. 70.000 Tickets – man möge sich das mal vorstellen – 70.000 – ein ganzes Stadion – mind. 7 Millionen Euro im Einkauf – Verkaufswert ca. 20 Millionen – und niemand in der Geschäftsführung hat etwas gemerkt? Niemand von Seiten des DFB oder CTS hat in den letzten 4 Jahren Strafanzeige gestellt!

    Der DFB und zuvorderst CTS Eventim sind in der Lage jedes Ticket per Datenabgleich (Käufername, Adresse, Konto- bzw. Kreditkartennummer) zu kontrollieren und nachzuverfolgen. Sie tun dies auch, offiziell mit der Begründung den “Schwarzmarkt” verhindern zu wollen. Wie scheinheilig diese Argumentation ist, scheint sich in diesem Fall mal wieder zu zeigen. Man geht gegen kleine konkurrierende Tickethändler vor und selber lanciert man 70.000 Tickets am regulären VVK vorbei auf dem freien Markt.

    Sollte es sich bewahrheiten, dass 70.000 WM-Tickets von DFB/CTS verschoben wurden, dann ist dies ein Ticket-Skandal ohne Gleichen und ein Fall für die Justiz.

    Momentan prüft das Bundeskartellamt die marktbeherrschende Stellung von CTS in Bezug auf die Aufkäufe von konkurrierenden Ticketanbietern (Ticketcorner, Ticket-Online, Ticket-One ect.). Woher stammt eigentlich das Geld für die diversen Zukäufe von CTS während der vergangenen 3 Jahre? Vielleicht sollten sich Bundeskartellamt und Staatsanwaltschaft einmal austauschen.

    Hinzuziehen sollte die Staatsanwaltschaft dann gleich auch mal die Steuerfahndung. Wurden die Gewinne (ca. 13 Mio. Euro) aus dem “freien” Weiterverkauf versteuert? Falls nicht, sollte sich Herr Schulenberg warm anziehen. Wäre nicht der erste Fall. Marcel Avram läßt grüßen.

  • [...] haben die Ermittlungen rund um 70.00 Tickets, die im Rahmen der FIFA WM 2006 in Deutschland unrechtmäßig verkauft worden sein sollen schnell zu Ergebnissen geführt. So hat sich der DFB von einem freien Mitarbeiter im Bereich [...]

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