Klitschko vs Solis-Nachlese | Ticket-Ärger und Geld-zurück-Forderungen

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Einen interessanten Artikel hat heute der SpiegelOnline im Angebot, in welchem Besucher des gestrigen Kurz-Kampfs zwischen Klitschko und Solis – hoffentlich im Eifer der Ereignisse – zu Wort kommen.

“Geld zurück” wird da für kurze Kämpfe gefordert. Das sollte mal ein Boxkampf-Organisator seinen Zulieferen und Dienstleistern erzählen. “Liebe Lanxess-Arena, der Kampf war gestern so kurz. Wir erstatten allen Besuchern das Einrittsgeld zurück. Und wir hätten gerne die Mietzahlung wieder.”

Verwunderlich, welches Verständnis so mancher Besucher in Bezug auf die zu erwartende Leistung hat. Klar, Tickets sind teuer, gerade im Boxen. Dennoch tun da viele überrascht, dass ein Boxkampf bereits in der ersten Runde vorbei sein kann. Dabei sind dafür doch in erster Linie die sportlichen Leistungen verantwortlich, das müsste jeder wissen und wertschätzen. Wird eine Wintersportveranstaltung abgesagt oder nach einem Durchgang abgebrochen, ist das Thema ja immerhin meist eine höhere Gewalt, die unter Umständen wesentlich schwerer zu vermitteln ist. Zumal man sich im Wintersport in der Regel in entlegenen Austragungsorten befindet (“wenn ich schon hier bin, dann bitte auch Wettkampf!”) und nicht in der Nähe der Kölner City, eben mal eine S-Bahn-Station vom Dom entfernt.

Anscheinend gibt es unterschiedliche Erwartungshaltungen. Es gibt Boxkämpfe und es gibt RTL-Inszenierungen. Es gibt Box-Athleten und die Klitschkos und es gibt dann eben Event-Touristen und Boxfans. Wo ein Boxkampf als Entertainment inszeniert wird und RTL-Macher am Werk sind, wird konsequenterweise auch Unterhaltung eingefordert.

Da passt es ins Bild, dass Klitschko nach dem Kampf eilig mit dem neu ins Leben gerufenen “sold out”-Award ausgezeichnet wurde.  Freude kam keine auf. Da wird wieder deutlich, dass die Grenzen zwischen Inszenierung und Lächerlichkeit fliessend sind.

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