VfB Stuttgart – Lazio Rom | Tickets für Hinspiel im Vorverkauf | Wirbel um viagogo

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Mit der gestrigen Qualifikation des VfB Stuttgart für das Achtelfinale der UEFA Europa League 2012/2013 stand nicht nur automatisch mit Lazio Rom der Gegner fest, sondern auch der Vorverkaufsstart für das Heimspiel. Tickets sind bereits seit heute im Vorverkauf zu Preisen ab 18 EUR.

VfB Stuttgart – Lazio Rom 

7. März 2013 – offizieller Vorverkauf

Aufregung im Fanlager

In den letzten Tagen sorgten Fanaktionen bezüglich der noch recht frischen Kooperation zwischen dem Verein aus der Schwabenmetropole und der Ticketweiterverkaufsplattform viagogo, welches für Heimspiele ein kleines Kontingent vertreibt und gleichzeitig die offizielle Weiterverkaufsplattform des VfB repräsentiert, für Aufsehen.

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viagogo ist Marktführer im Weiterverkauf von Tickets und kooperiert mit mehreren Bundesligavereinen

Die Fans fordern ähnlich wie in Hamburg eine Beendigung dieser Kooperation, eine Forderung, die sich unter anderem in dieser Aussage manifestiert: “Über Viagogo werden Fans systematisch vom eigenen Verein oder von anderen Kartenbesitzern abgezockt.” Anders und bewußt provokant interpretiert: “Jetzt müssen wir alle unsere Tickets bei viagogo teurer kaufen”. Oder: “Ohne viagogo würden Tickets günstig und sicher weiterverkauft.”

Der VfB hat nun hierzu Stellung genommen (hier zum Nachlesen). Auf Tixxradar haben wir die viagogo-Diskussion ja nicht nur beim VfB Stuttgart verfolgt und mehrmals kommentiert. Aus unserer Sicht gestaltet sich die Situation wiefolgt:

Wer ist eigentlich “betroffen”?

suche_karte_th01“Fans [werden] systematisch vom eigenen Verein […] abgezockt.” Hier wird schon mal von “Fans” in ganzheitlicher Form gesprochen. Dass die Mehrheit der Stadionbesucher sich über den offiziellen Weg, nämlich über die Website des VfB ihre Tickets beziehen, oder Dauerkartenbesitzer sind und somit ganz und gar nicht im Fokus der viagogo-Angebote stehen, wird ignoriert.

Das Angebot von viagogo richtet sich an zwei Zielgruppen. Zum einen “Last-Minute”-Käufer, die über den offiziellen Ticketshop keine Tickets mehr kaufen können oder durch Werbung auf viagogo gelotst werden. Von Fans im klassischen Sinne kann man nicht sprechen. Es handelt sich dabei um Besucher, die in der Regel selten zu Spielen gehen oder kurzfristig entscheiden, hinzugehen.

Wer kauft eigentlich Tickets auf viagogo, und was ist der Nutzen der Kooperation? Viagogo erhält im Rahmen der Partnerschaft ein kleines Ticketkontingent, welches über das Portal “viagogo.de” und nicht über den VfB-Ticketshop angeboten wird. Nach Vereinsangaben werden mit Ausnahme der Topspiele nur rund 200 der 1.500 Tickets auf diese Weise verkauft. Nur wenige VfB-Heimspiele sind ausverkauft, somit sind in der Regel auch die Stadionkassen geöffnet. Niemand ist gezwungen, auf der VfB-Website oder gar auf viagogo zu kaufen.

Weiterverkauf gab es immer. Nun systemseitig unterstützt.

viagogo wirbt als offizieller Partner des VfB Stuttgart

viagogo wirbt als offizieller Partner des VfB Stuttgart

Der Mehrwert der Kooperation erschließt sich aus der Kanalisierung der Weiterverkaufsaktivitäten der Fans, Zielgruppe Nummer zwo. Bislang wurden gekaufte, aber nicht mehr benötigte Tickets “wild” per Kleinanzeige, auf ebay oder sonstwo, am Ende des Tages vor dem Stadion verkauft, teilweise mit hohen Aufschlägen. Naiv zu glauben, dass dies die vorteilhaftere Option für Verein und Fans ist. Ob viagogo die beste Lösung ist, ist natürlich eine Diskussion wert.

Einige Vereine betreiben eigene Weiterverkaufsplattformen, der VfB und weitere Vereine eben eine “geoutsourcte” Plattform. Hätte der VfB das Weiterverkaufsportal auf eigene Faust  und mit ähnlichen Konditionen den Fans präsentiert, wäre der Aufschrei wohl nicht so groß gewesen wie bei Verkündung der viagogo-Partnerschaft. Den Vereinen bei kommerziellen Entscheidungen zu drohen, scheint derzeit ohnehin eine große Mode zu sein.

Günstigere Tickets bei ungeregeltem Handel?

Auch ohne viagogo würden Fans, um denselben Wortlaut zu verwenden, “abgezockt”. Die Vereinbarung mit viagogo mit dem VfB Stuttgart deckelt den Preisaufschlag für angebotene Tickets bei 100%. Das ist immer noch viel, aber immer noch weit unter dem, was bei stark nachgefragten Heimspielen auf dem “wilden” Schwarzmarkt oder bei ebay gefordert wird. Selbstverständlich sind die Fans, die ihr Ticket weiterverkaufen möchten, angehalten, möglichst zum aufgedruckten Ticketpreis anzubieten.

In den Köpfen der Initiatoren der “viagogo-Gegenbewegung” ist scheinbar nicht verstanden worden, dass ein gesteuerter und transparenter Handel mit Tages- und Dauerkarten, der Infrastruktur (z.B. VfB-Stadionkassen) immer noch vorteilhafter und vor allem: sicherer ist, als der freie Handel, bei dem niemand vor ungültigen Tickets oder gar Fälschungen gefeit ist.

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