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Ticketing-Roundup | UEFA warnt | Christina Stürmer ausverkauft | Nachwehen der WM2006 | Frauen-WM auf gutem Weg
Die UEFA warnt vor Schwarzmarktangeboten mit EM2012-Tickets. Wie bei so vielen Veranstaltungen mit hoher Aufmerksamkeit finden sich auch bei der Europameisterschaft Angebote und Websites im Netz, die unverhohlen damit werben, Tickets bereitstellen zu können. Finger weg davon, der offizielle Vorverkauf beginnt erst im März 2011 (Infos hier).
Christina Stürmer freut sich über eine ausverkaufte Tour 2010 – so sehr, dass für 2011 gleich noch weitere Termine nachgeschoben wurden. Ticket-Infos: hier klicken.
Weniger freuen durfte sich ein Kläger laut n-tv, der 2005 von einer Bank mit dem Angebot gelockt wurde, bei Einzahlung von 1.800 EUR zwei Tickets für die Fußball-WM 2006 zu erhalten. Urteil: keine der geforderten 1.000 EUR Schadensersatz.
A propos WM in Deutschland: 400.000 Tickets sind nunmehr für die FIFA Frauen-WM 2011 verkauft worden, allein 50.000 seit Montag, den 29.11.2010, dem Tag der Auslosung der Endrunde. Die aktuelle dritte Verkaufsphase endet am 31. Januar 2011: Infos hier.
WM 2006 | DFB trennt sich von freiem Mitarbeiter nach Schwarzmarkt-Vorwürfen
Wie erwartet haben die Ermittlungen rund um 70.00 Tickets, die im Rahmen der FIFA WM 2006 in Deutschland unrechtmäßig verkauft worden sein sollen schnell zu Ergebnissen geführt. So hat sich der DFB von einem freien Mitarbeiter im Bereich Ticketing wegen des Verdachts der Untreue getrennt, berichtet heute die Süddeutsche Zeitung.
Die Zusammenarbeit mit der involvierten CTS Eventim AG, dem Ticketing-Partner des DFB, wird nach Angaben des DFB unter Bedingung fortgesetzt, dass “bis zur abschließenden Klärung des Sachverhaltes kein Mitarbeiter dieses Unternehmens in die Ticketabwicklung mit dem DFB oder dem Organisationskomitee für die Frauen-WM 2011 einbezogen werden darf, der Gegenstand des laufenden Ermittlungsverfahrens ist”.
Ticket-Schwarzmarkt (2) | WM 2006 | Ermittlungen bei CTS Eventim und DFB
Gestern bereits von einem aufmerksamen Tixxradar-Leser vorweggenommen: nicht nur, dass im Zuge der WM 2006 haufenweise Ticketdaten auf dem Schwarzmarktmarkt angeboten wurden in der Hoffnung, dass Ticket-Schwarzhändler diese 2010 nutzen könnten – nun wird die WM 2006 in Deutschland entgültig von ihrer eigenen Vergangenheit eingeholt:
So sind die Geschäftsräume der CTS Eventim AG, selbst marktführendes Ticketingunternehmen und Partner des Deutschen Fußball-Bunds (DFB) und des DFB selbst durchsucht worden. Hintergrund der Ermittlungen, die explizit nicht gegen den DFB laufen und in deren Zuge sich die CTS Eventim AG als Opfer sieht, sind unrechtmäßige Kontingentverkäufe an Dritte vor der WM 2006. Im Fokus stehen dabei jeweils ein Mitarbeiter des DFB und der CTS Eventim AG, die nach Angaben der Süddeutschen Zeitung unter Verdacht stehen, etwa 70.000 Tickets “verschoben” zu haben.
Der Unternehmenssprecher der CTS Eventim AG geht hierbei von einer schnellen Klärung aus. Die
CTS Eventim AG richtete für die WM 2006 das FIFA World Cup Ticketing Center (FWCTC) in Frankfurt am Main ein, welches für die gesamten Ticketingprozesse der Weltmeisterschaft und des Confederations Cup 2005 verantwortlich war.
Wirbel um WM-Ticketdaten | persönliche Daten Schwarzhändlern angeboten | ein Tixxradar-Kommentar
Wochen nach Ende der Fußball-WM 2010 in Südafrika kommt ein weiterer Datenskandal ans Tageslicht. So sind einer norwegischen Zeitung persönliche Daten von bis zu 350.000 Ticketinhabern zugespielt worden, die angeblich von einem Mitarbeiter der Match AG, dem mit dem WM-Ticketing beauftragten Unternehmen, herausgeschleust wurden. Das ist beunruhigend genug. Diese Daten sollen angeblich auf dem Ticketschwarzmarkt angeboten worden sein – für rund 2 EUR pro Datensatz.
Hintergedanke: wer WM-Ticket besitzt, hat möglicherweise Interesse (z.B. Herr Domenech!), diese zu einem guten Preis an einen Schwarzmarkthändler weiterzuverkaufen , der wiederum Kanäle hat, diese Tickets noch teurer anzubieten. Wie und ob letztendlich ein oder mehrere Schwarzhändler diese Daten gekauft haben und auf die Ticketinhaber zugegangen sind, ist nicht bekannt.
In Unwissenheit hüllt sich dabei Jaime Byrom, Geschäftsführer der Match Event Services und seines Zeichens auch Chef von Byrom PLC, die bei den vergangenen Weltmeisterschaften stets für zumindest fragwürdige Geschäftspraktiken bekannt wurde.
Das Thema Datensicherheit war nicht nur im Rahmen der WM 2006 in Deutschland ein Thema. So sind wie in dem geschilderten Fall nicht nur Daten gestohlen worden, sondern auch Zahlungsdaten spurlos verschwunden, so daß Fans, die bezahlt hatten, plötzlich ohne Tickets dastanden, da das FWCTC (FIFA World Cup Ticketing Centre) den betroffenen Bestellungen für die WM in Südafrika keinen Zahlungseingang zuordnen konnte, Tixxradar berichtete.
Im Rahmen einer WM werden über drei Millionen Tickets gehandelt, nur ein Teil gelangt direkt in den öffentlichen Verkauf (rund ein Drittel), ein Teil erreicht den Endkunden über Zwischenhändler (z.B. Hospitality, Vereine, Nationalverbände, Fanclubs) und der Rest geht direkt an sonstige Empfänger (VIPs, Sponsoren). Die Flut an mehr oder weniger personalisierten Besucher- und Bestellerdaten sicher zu halten, ist zugegebenerweise eine hochsensible Aufgabe.
Während der “normale” Endkunde normalerweise via online-Bestellformular und Customer Self Service seine Daten noch selbst einkippt, sind z.B. bei Kontingentnehmern erhebliche Datenbewegungen erforderlich, bis diese in das Ticketingsystem der FIFA einfliessen.
So ist es durchaus möglich, dass Otto Normalfan bei einem Fußballverband Tickets per E-Mail unter Angabe seiner persönlichen und seiner Zahlungsdaten bestellt, diese dann beim Verband händisch gesammelt und in eine Excel-Tabelle eingegeben werden, die dann wiederum per E-Mail beim FWCTC aufschlägt und in ein mehr oder weniger sicheres System importiert wird, auf das sehr wahrscheinlich auch nicht nur eine einzige Person Zugriff hat.
Mit der Ankündigung der FIFA, bei der nächsten WM beim Thema Ticketing “mit einem weißen” Blatt Papier zu beginnen, wird auch das Thema Datensicherheit ein zentrales Thema.
Ticketing-Klassiker | 800 WM-Tickets gefunden
“Sind die echt, können Sie mal nachschauen?” fragte die nette Dame der Kripo Frankfurt am Telefon. “So wie ich das sehe, sind die nicht nur echt sondern auch gültig” antwortet der FWCTC-Mitarbeiter nach eine Stichprobe. “Toll!” frohlockt es am anderen Ende der Leitung. Jetzt gehen wahrscheinlich einige Kripobeamte und deren Freunde und Verwandte zur WM.
Was war passiert? Unauffällig in eine Plastiktüte verpackt fand ein Fahrgast im Juni 2006 rund 800 WM-Tickets an einer Frankfurter Bushaltestelle. Die Story: hier klicken.
Ticketing-Klassiker | Sepp Blatter: “Damals habe ich auch noch für Freunde Tickets besorgt”
Ein weiteres Schmankerl aus dem Bereich Ticketing: ein Interview der Berliner Zeitung mit Sepp Blatter über die Probleme im Ticketing, die eine Fußball-WM so mit sich bringt und die beiden Ticketanbieter Byrom (Frankreich 1998, Japan und Südkorea 2002, Südafrika 2010) und eventim (Deutschland 2006): hier klicken.
FIFA Confederations Cup 2009 | "großes Interesse" an Tickets
Das “große Interesse” am FIFA Confederations Cup 2009 wurde nun erstmals auch mit weiteren Informationen unterlegt. Leslie Sedibe, verantwortlich für Ticketing, hofft bis zum Valentinstag 2009 “ausverkauft” vermelden zu können. Das “große Interesse” hat sich wohl somit eher auf die Seitenzugriffe auf dem FIFA-Verkaufsportal bezogen. Selbst die verbilligten Tickets, die an die einheimische Bevölkerung für zwischen 5 und 21 Euro verkauft werden, gehen eher weg wie sauer Bier. Erst die Hälfte dieser Tickets wurde abgesetzt. Bei den bisherigen weltweiten Bestellungen war das Spiel Brasilien gegen Italien Verkaufsschlager.
Selbstverständlich war beim letzten Confederations Cup die Begeisterung etwas höher als nunmehr in Südafrika – und es ist noch sehr früh, um ein Urteil über den Ticketverkauf zu fällen. Dennoch sollte die FIFA und das Nationale Organisationskomitee mit Vorsicht daran gehen ihre, Verkaufzahlen, Verkaufsziele und Meilensteine in direkte Relation zur WM 2006 zu stellen – ich halte es für durchaus möglich, dass nicht nur der Confederations Cup, sondern auch die FUßball-Weltmeisterschaft 2010 nicht ausverkauft sein werden..
Rückblick: WM-Ticketdruck
8 Sekunden pro Ticket…



